Schlossgeschichte

Die ersten Schlossherren
Die frühe Geschichte des Schlosses Göhren-Lebbin ist eng mit zwei adligen Namen verbunden: von Blücher und von Tiele-Winckler.

Graf Ludwig II. von Blücher ließ im Jahr 1842 außerhalb der damaligen Gutsanlage im Ortsteil Lebbin ein Haus bauen. Und was für eines: Ein prächtiges Herrenhaus mit Lehmfachwerk, zu dem ein fast acht Hektar großer Landschaftspark gehörte. Der junge Graf, damals 28 Jahre alt, wollte sich damit vor seinem Vater beweisen. Doch er konnte den Besitz letztlich nicht halten.

Genau 29 Jahre später, also 1871, kaufte Freiherr Hubert von Tiele-Winckler das Anwesen. Er hatte unter anderem im Kohlebergbau sowie in der Eisen- und Stahlindustrie viel Geld verdient und legte es auch in verschiedene Güter in Mecklenburg an. Hubert von Tiele-Winckler wollte mit den Ländereien vor allem seine Familie absichern. Vorsorge mit Immobilien, würde man das heute nennen. Nach seinem Tod1893 erbte Walter von Tiele-Winckler das ansehnliche Herrenhaus und investierte voller Tatendrang kräftig in seinen neuen Besitz. Unter anderem ließ er einen Wintergarten sowie drei weitere Türme anbauen. Außerdem sorgte er dafür, dass im Haus schon 1889 elektrische Lampen leuchteten.

Walter, von dem es heißt, dass er als erster in Mecklenburg mit einem Benz über die löchrigen Straßen gefahren sein soll, hatte nicht lange Freude an seinem Heim. 1909 starb er an einem Herzinfarkt. Sein Halbbruder Raban und seine Mutter Rose erbten das Anwesen. Aber auch Raban hatte wenig Glück mit dem Besitz, denn während er sich mit seiner Frau im Urlaub erholte, züngelten in seinem Herrenhaus unaufhaltsam die Flammen.

Doch der Nachkomme engagierte Stararchitekten und legte damit im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für das Schloss Göhren-Lebbin, in dem der Zauber der damaligen Zeit noch heute in vielen Räumen zu spüren ist.

Die Architekten
Als Raban von Tiele-Winckler den Schock nach dem Brand seines Herrenhauses überwunden hatte, packte ihn der Ehrgeiz. Ein neues Haus sollte es sein, ein ganz besonderes, ein Schloss. Und das sollten Architekten für ihn entwerfen, die einen Namen in der Branche hatten. So fiel seine Wahl auf den Deutschen Ernst Paulus und den Norweger Olaf Lilloe, die in Berlin gemeinsam ein Büro unterhielten und im Kaiserreich gefragte Baumeister waren. Sie hatten ihre unverkennbare Handschrift nicht nur an zahlreichen Nobel-Villen hinterlassen, sondern auch an Kirchen sowie Schlössern und Herrenhäusern.

Ernst Paulus (1868-1935) arbeitete bereits am Bau des Schlosses in Klink mit. Damals noch als Mitarbeiter eines Architekturbüros. Später wurde er Partner der Firma und holte sich den Norweger  Olaf Lilloe mit ins Boot. Zu ihren Projekten zählen die Erlöserkirche und die Reformationskirche in Berlin-Moabit genauso wie der Anbau eines Seitenflügels ans Schloss Klink im Renaissance-Stil und die berühmte Künstlerkolonie Berlin.

Ab 1922 arbeitete Ernst Paulus mit seinem Sohn Günther zusammen. Beide konzentrierten sich einige Jahre später zwangsläufig auf den Siedlungsbau und gründeten ihre eigene Siedlungsgesellschaft, die ausschließlich in Mecklenburg-Vorpommern tätig war und nahezu 160 so genannte Reichsbauernhöfe errichtete. Unter anderem auch ganz in der Nähe von Göhren-Lebbin, in Sembzin. Dort entstanden 23 Höfe, von denen heute noch einige stehen.

Schlossgeschichte

1842
Bau des Schlosses durch Graf Ludwig II. von Blücher im Ortsteil Lebbin außerhalb der früheren Gutsanlagen

1843
Umbenennung des Ortes Göhren-Lebbin in “Blücher” mit großherzoglicher Einbilligung

1871
Verkauf des gesamten Besitzes an Hubert von Tiele-Winckler

1912
Nahezu vollständige Zerstörung des Schlosses durch Brand

1914-1916
Rekonstruktion des Schlosses durch den Gutsherren Raban von Tiele-Winckler. Entstehung eines schlichten, aber gewaltigen Schlosses in Anlehnung an den Barockstil unter der Verwendung noch brauchbarer Teile des alten Gebäudes.
Das neue Schloss unterschied sich vom einstigen. Es hatte zwei Türme, ein Stockwerk weniger, und ein wesentlich niedrigeres Dach. Auch fehlte der Anbau an der Nordseite. Die Baukosten sollen 640.000 Reichsmark betragen haben.
Neugestaltung des Parks - auch heute findet sich dort eine stattliche Anzahl wertvoller Gehölze, deren Alter auf rund 120 – 150 Jahren geschätzt wird.

1926
Verpachtung von Schloss und Gut und Auflösung des Haushaltes

1933-1934
Verkauf des gesamten Besitzes, zunächst an die “Deutsche Erde” Siedlungsgesellschaft mbH, die die Errichtung zahlreicher bäuerlicher Betriebe voran trieb. Veräußerung des Schlosses an Major Erich Barfurth. Während des Krieges Nutzung zu 2/3 als Schule und zu 1/3 als Wohnfläche für mehrere Familien.

1945
Verwendung als Lazarett der sowjetischen Armee, danach als Zwischenstation zahlreicher Flüchtlinge; später Konsum, Gaststätte, Gemeindeverwaltung, Arztpraxis, Kindergarten, Post, Eier-Erfassungsstelle, Verwaltung der LPG sowie 11 Wohnungen

1973
Übernahme durch das Kohlekontor Berlin und Beginn von Renovierungsarbeiten im Schloss

1979/1980
Übergabe an das VE Kombinat SERO Berlin als Erholungsheim

1990
Hotelbetrieb unter dem Namen “Schloss Blücher”

ab 1997

28. April 2000
Eröffnung als Radisson SAS Resort Schloss Flessensee im Herzen des Resort "Land Fleesensee"

November 2008
Umbau von 8 Hoteltimmern in 2 Private SPA Suiten und in 4 Wellness-Anwendungsräumen im Nordflügel

November 2009
Umbennung in Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee

April 2010
10. Geburtstag des Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee

2012
170-jähriges Jubiläum

Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee – 
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